Weinreben in Kreuzberg? Ausgerechnet in Kreuzberg? Geht das überhaupt? Diese Fragen höre ich immer wieder. Dabei hat Kreuzberg eine sehr lange Weinbautradition. Seit rund 550 Jahren wird im heutigen Kreuzberg Weinbau betrieben. Wo Konrad Zuse seine ersten Computer zusammenschraubte, wachsen heute rund 500 Reben der Sorten Riesling und Spätburgunder.


1968 wurde die Weinbautradition wiederbelebt. Im Rahmen der seit 1964 bestehenden Städtpartnerschaft, schenkte das damalige Weingut der Landeshauptstadt Wiesbaden dem Bezirk Kreuzberg Rieslingreben vom Neroberg. Der Hausberg der Wiesbadener trug so zum Namen des Weines bei, der bis heute Kreuz-Nero-Berger Riesling genannt wird. Vom Jungfernjahrgang 1972 bis zur Auflösung des Weingutes kam der Partnerschaftswein von hier.

Inzwischen werden die Rieslingtrauben im Weingut Höhn zu Wein.


1975 kamen Spätburgunderreben aus der Partnerstadt Ingelheim dazu, deren Trauben seit dem ersten Jahrgang im Weingut Emil Reisinger zu einem schmackhaften Tropfen veredelt werden.


Die Weine werden vom Bezirksamt zu besonderen Gelegenheiten serviert oder verschenkt. Je nach Vorratslage werden die Weine auch im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gegen eine Spende abgegeben.